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Diabetes-Therapie

Jede Diabetestherapie hat grundsätzlich das Ziel, das Risiko für Akutkomplikationen und Folgeerkrankungen zu minimieren und die Lebensqualität zu erhöhen. Hierzu ist eine Regulation des Glukosestoffwechsels notwendig.

 

THERAPIE DES DIABETES MELLITUS

 

Parameter einer erfolgreichen Therapie des Diabetes mellitus sind z. B.:

  • Verbesserung des HbA1c-Wertes
  • Reduktion von Hypoglykämien
  • Reduktion von starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels

Die konkrete Behandlung und die individuellen Therapieziele können unterschiedlich sein. So benötigen Menschen mit Typ-1-Diabetes sofort Insulin, während es bei Menschen mit Typ-2-Diabetes häufig in einem ersten Schritt genügen kann, den Lebensstil zu ändern, also die Ernährung umzustellen und mehr Sport zu treiben.

Diabetes Therapie 1

Basis-Therapien für Diabetes mellitus auf einen Blick

Obwohl sich die Therapien der verschiedenen Diabetes-Typen je nach Verlauf und Schwere der Erkrankung stark voneinander unterscheiden, gibt es Behandlungsansätze, die zu Beginn der Behandlung bei den meisten Betroffenen, egal welchen Typs, eingeleitet werden. Dazu gehören:150,138

  • Umfassende Patientenaufklärung zur Indikation Diabetes mellitus
  • Ernährungsumstellung
  • Steigerung der körperlichen Aktivität
  • Raucherentwöhnung
  • Stressbewältigungsstrategien
  • Einschränkung des Alkoholkonsum

Ursache des Typ-1-Diabetes ist die Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen in den Langerhansschen Inseln des Pankreas durch das körpereigene Immunsystem. Diese Form der Stoffwechselerkrankung betrifft bevorzugt jüngere Menschen, kann jedoch auch noch in späteren Lebensjahren auftreten.134

Die Therapie bei Typ-1-Diabetes hat das Ziel, eine mit dem Diabetes mellitus in Zusammenhang stehende Verminderung der Lebensqualität von Betroffenen zu vermeiden. Weitere Ziele sind die Akzeptanz und die Zufriedenheit mit der eigenen Therapie bei den Betroffenen zu erhöhen und zusätzliche Risikofaktoren für Folgeschäden zu verringern.134

Das Konzept der Therapie des Typ-1-Diabetes besteht aus den Bestandteilen Insulintherapie, Ernährungskenntnisse, Schulung, Glukoseselbstkontrolle und psychosoziale Betreuung.134 Moderne Geräte zur kontinuierlichen Glukosemessung können Betroffene dabei unterstützen ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren – auch nachts.138


Der Typ-2-Diabetes ist eine chronische, durch viele Faktoren bedingte und fortschreitende Erkrankung, die sich durch vererbte, aber auch erworbene Insulinresistenz sowie durch Insulinsekretionsstörungen auszeichnet.150

Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes ist bei einem Typ-2-Diabetes die Insulinproduktion aus verschiedenen Gründen zu Krankheitsbeginn oftmals noch nicht gestört und es kann auf die Zuführung von Insulin verzichtet werden. Neben einer genetischen Neigung zu Typ-2-Diabetes können vielfältige Faktoren wie der eigene Lebensstil zur schleichenden Entwicklung der Erkrankung beitragen.

Die Therapieziele bei Typ-2-Diabetes hängen unter anderem von den individuellen Präferenzen, den Begleiterkrankungen, dem Alter, der Lebenserwartung, den kulturellen Voraussetzungen sowie den psychosozialen Umständen der Menschen mit Diabetes ab. Da die Diagnose Typ-2-Diabetes für viele Patienten als schwere Einschränkung der Lebensqualität wahrgenommen wird, sollte grundsätzlich eine Therapiestrategie der Zustimmung und langsamen Therapieintensivierung angestrebt werden.150

Die Therapie des Typ-2-Diabetes erfolgt je nach Ausprägung der Störung des Glukosestoffwechsels bei Diagnose nach einem stufenweisen Therapieplan, der zunächst die Basistherapie beinhaltet. Als unverzichtbarer Bestandteil der Basistherapie sollte ein strukturiertes, evaluiertes und zielgruppen- und themenspezifisches Schulungs- und Behandlungsprogramm zugrunde liegen, das sowohl allen Betroffenen als auch ihren Angehörigen zur Unterstützung angeboten wird.150 Bei Menschen mit Diabetes, die bei Neudiagnose eine Stoffwechseldekompensation aufweisen, wird empfohlen, gleichzeitig eine Basis- und Pharamakotherapie mit bspw. Metformin, Repaglinid, Sulfonylharnstoffen u.a. zu verabreichen.150,152

Die Praxisempfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) empfiehlt bei Menschen mit Diabetes, bei denen keine ausreichenden Erfolge durch nichtmedikamentöse Therapien erkennbar sind, die Kombination der Basistherapie mit dem Wirkstoff Metformin. Da beim Typ-2-Diabetes das Pankreas der meisten Menschen mit Diabetes noch eine ausreichende Menge Insulin produziert, unterstützt Metformin den Körper dabei, die Insulinwirkung auf den Glukosestoffwechsel effizienter zu entfalten.150

Die Therapiestufen in der Behandlung des Typ-2-Diabetes:

Therapiestufe 1:

Die Basistherapie umfasst alle lebensstil-modifizierenden, nicht medikamentösen Maßnahmen. Darunter fallen Schulungen und Trainings der Betroffenen, Umstellung der Ernährung, Steigerung der körperlichen Aktivität und Raucherentwöhnung. Das wichtigste Ziel ist es, die Betroffenen an eine gesunde Lebensweise zu gewöhnen. Die Basistherapie ist grundsätzlicher Bestandteil aller weiteren Therapiestufen.150

Therapiestufe 2:

Sollten die Anpassungen des Lebensstiles infolge der Basistherapie von den Betroffenen nicht umsetzbar sein, wird eine Pharmakotherapie zur Erreichung der Therapieziele empfohlen. Falls möglich, sollte aufgrund einiger Vorteile mit Metformin in sich langsam steigernden Dosen begonnen werden. Im Falle von Kontraindikationen oder Unverträglichkeit von Metformin stehen weitere Therapieoptionen zur Verfügung.150

Therapiestufe 3:

Stufe 3 beinhaltet in der Regel eine 2-fach-Kombination aus zwei oralen Antidiabetika, die für viele Betroffene aus stoffwechselbedingten Gründen notwendig und mit Blick auf Nebenwirkungen der Einzelpräparate günstiger sein kann, da in der 2-fach-Kombination teilweise niedrigere Dosen verabreicht werden können. Die 2-fach-Kombination umfasst in den meisten Fällen die Gabe von Metformin mit einem weiteren Antidiabetikum, das individuell auf die Erkrankungssituation des Betroffenen angepasst wurde.150

Therapiestufe 4:

Sollten die individuellen Therapieziele innerhalb der vorangegangen Therapiestufen nicht erreicht worden sein, wird eine weitere Eskalierung der Stufentherapie inklusive der Gabe von Insulin angestrebt. Im Vergleich zu einer intensivierten Insulintherapie empfiehlt sich in meisten Fällen der Beginn mit einem Verzögerungsinsulin.150

Betroffene mit Typ-2-Diabetes müssen ihren Glukosespiegel in bestimmten Situationen durch selbstständig durchgeführte Messungen kontrollieren. Gerade bei neu diagnostizierten Menschen mit Diabetes, bei Umstellungen in der medikamentösen Therapie und bei Insulintherapie ist diese Selbstkontrolle notwendig. Nur so ist es möglich, auftretende Hypoglykämien sowie Hyperglykämien früh zu erkennen und beispielsweise durch die Anpassung der Medikation gegenzusteuern. Die Häufigkeit der Messungen hängt bei Menschen mit Typ-2-Diabetes unter anderem von den eingeleiteten Therapiemaßnahmen ab.162 Moderne kontinuierliche Glukose-Messgeräte wie FreeStyle Libre 2, unterstützen Menschen mit Diabetes heute schon dabei, ihren Glukosespiegel zu kontrollieren – auch nachts.162

Ein Gestationsdiabetes ist charakterisiert durch eine Glukosetoleranzstörung, die erstmals während einer Schwangerschaft auftritt und mit einem 75-g-oralen-Glukosetoleranztest diagnostiziert wird.136 Tritt während einer Schwangerschaft eine Gestationsdiabetes auf, ist es von größter Wichtigkeit, die werdende Mutter im Rahmen eines ärztlichen Erstgesprächs nach der Diagnose umfassend über das Krankheitsbild und potenzielle Risiken für sich und das ungeborene Kind aufzuklären. In der Regel wird sie zum ersten Mal mit dem Begriff „Diabetes“ konfrontiert. 154

Schwangere mit Gestationsdiabetes sollten von ihrem Arzt darüber aufgeklärt werden, dass sich regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Spaziergänge an der frischen Luft, positiv auf den Verlauf der Erkrankung auswirken kann. Je nach Art und Verlauf der Schwangerschaft und Erkrankung ist auch leichtes Ausdauertraining denkbar.154

Neben regelmäßiger Bewegung wirkt sich auch die Umstellung der Ernährung positiv auf den Gestationsdiabetes aus. Der behandelnde Arzt oder ein Ernährungsberater stehen hier für umfassende Informationsgespräche und für die Erstellung einen professionellen Ernährungsplan zur Verfügung.154

Um den Erfolg einer Ernährungsumstellung und regelmäßiger Bewegung beobachten zu können, müssen Schwangere mit Gestationsdiabetes mehrmals täglich selbstständig ihren Blutzucker messen.154 In der Regel sind über den Tag verteilt vier Messungen nötig. Die gemessenen Glukosewerte sollten in einem sogenannten Diabetestagebuch festgehalten werden, das dem Arzt hilft, die optimale Therapie festzulegen.154

Moderne kontinuierliche Glukosemesssysteme wie FreeStyle Libre 2 können Schwangere dabei unterstützen, ihren Blutzuckerspiegel sowohl tagsüber als auch nachts innerhalb des Zielbereichs zu halten und auch mit Gestationsdiabetes eine gesunde Schwangerschaft zu erleben. Die in den Geräten gespeicherten Glukosedaten können außerdem als einfache Ergänzung zum Diabetestagebuch genutzt werden.154,162

Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Schwangeren mit Gestationsdiabetes schlagen Ernährungsumstellung und Bewegungstherapie nicht an und es muss eine Insulintherapie in Erwägung gezogen werden.154

Da der Gestationsdiabetes in der Regel nach Geburt des Kindes verschwindet, kann eine möglicherweise eingeleitete Insulintherapie nach der Schwangerschaft wieder abgesetzt werden. Doch auch wenn sich die Glukosewerte nach der Geburt wieder normalisieren, haben betroffene Mütter ein erhöhtes Risiko zu einem späteren Zeitpunkt einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Daher sollte eine gesunde Lebensführung auch nach der Geburt beibehalten werden, um das Diabetesrisiko zu reduzieren.154

Unter den Oberbegriff Typ-3-Diabetes fallen verschiedene seltene Formen des Diabetes mellitus, die sich in Ursache und Ausprägung stark voneinander unterscheiden. Aus diesem Grund gibt es für diese Form des Diabetes mellitus nicht die eine Therapie. Der behandelnde Arzt legt bei Typ-3-Diabetes den Therapieplan individuell auf den Betroffenen zugeschnitten fest.

FreeStyle, Libre und damit verbundene Markennamen sind eingetragene Marken von Abbott.
Bei den hier gezeigten Bildern handelt es sich um Agenturfotos, die mit Models gestellt wurden.